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Urlaub (2)

Die zweite Station unseres Urlaubs war der Tayrona Nationalpark an der kolumbianischen Karibikkueste. In den 120 km verdichten sich verschiedenste Pflanzen, Baeume und Gewaechse zu einem Dschungel, in dem sich verschiedene Tiere rumtreiben: Schlangen, (Vogel-) Spinnen, diverse Affen und noch anderes Tiergedoens. Aber es gibt keinen Grund zur Panik, denn wer von einer giftigen Schlange gebissen werden sollte, der kann (laut dem Reisefuehrer) vor Ort ein entsprechendes Gegengift erwerben.

Juchu…

Aber Tayrona bietet noch viel Meer: weisse Straende, traumhafte Kokospalmen und tuerkises Ozeanwasser.

Nun muss man vorsichtig sein, denn wahrscheinlich sind viele Menschen der Meinung, dass es nur eines herrlichen Karibikstrandes bedarf, um gluecklich zu sein. Ich glaube nun: Diese Menschen haben Recht. Waehrend man dort im tuerkises, herrlich erfrischendem Karibikwasser planscht, den Kopf dreht und die vielen Palmen und gruenen Gewaechse sieht, breitet sich auf wundersame Weise ein Gefuehl der Zufriedenheit im Koerper aus. Ja – ich mag die Karibik.

Nach unserer ersten Nacht in der Haengematte wurden die meisten Schlafenden durch den stechenden Schrei einer Amerikanerin geweckt. Ihr Freund, der ihr zu Hilfe eilte, schrie kurz danach ebenfalls: Auf dem Handtuch der Amerikanerin hatte sich eine riesige Spinne niedergelassen. Nun versuchten die Abenteurer gemeinsam die grosse Spinne runter zu wedeln, was aber wenig half. Erst als die Spinne selber gehen wollte, verabschiedete sie sich gelassen.

Nur einer bekam von der ganzen Aufregung nichts mit, denn ich schlummerte friedlich in meiner Haengematte und wurde – durch Ohrenstoepsel vor dem ganzen Laerm geschuetzt – durch den Wind sanft hin un her geschaukelt.

Ich kann ihnen sagen, dass es wirklich unglaublich spannend ist, wenn man durch einen Dschungel geht und wirklich nie weiss, von wo die naechste Giftschlange oder Vogelspinne angreifen wird. Leider (oder vielleicht “ZUM GLUECK!!!”) sind diese Tiere aber sehr scheu und so sehr ich auch suchte, ich habe keine gefunden.

Besonders hervorzuheben ist allerdings noch der dritte Abend, an dem ich, da ich als letztes geduscht hatte, spaeter zum Abendessen kam…

Annika: “Leander, war der Kaiman echt oder nicht?”
Leander: “Hae? Welcher Kaiman?”
Annika: “Komm mal mit…”

– vor einem Zelt befand sich ein ca. 1 Meter langer Kaiman.

Leander: “Oi. Hm, der ist nicht echt, der bewegt sich ja nicht.”
Annika: “Dann fass ihn mal an.”
Leander: “Noe.”

– Dann kam ein Parkmitarbeiter vorbei.

Leander: “Ist der echt oder bloss ein Witz?”
Parkmensch: “Der ist echt.”
Leander: “Aber der bewegt sich doch nicht….”
Parkmensch: “Noe, der bewegt sich nicht.”

– Darauf hin setzte er sich mit einem Stuhl an die Seite und wartete; Annika und ich warteten auch. Immer mehr Menschen wurden hinzugerufen und wir standen alle um dieses vermeidliche Gummitier herum, das nicht einmal blinzelte. Mit Handys wurde dem Fiech ins Auge geleuchtete und mit Digicams wurden Fotos gemacht. Kein Muchs – keine Bewegung. Meine Geduld lief langsam dem Ende zu und schliesslich wollte ich auch Essen.

Leander zu Annika: “Mein Gott, das Ding ist nicht echt, das bewegt sich nicht. Ich fass das gleich an, damit das jeder sieht!”

Annika: “Dann mach”
Leander: “Hm, noe.”

– Dann kam ein Amerikaner mit einer grossen Plastiktuete und beruehrte damit das Tier und dann tat das Monster einen Satz nach vorne und schnappte besorgniserregend zu. Von diesem Moment an bewegte ich mich langsam aber sicher von dem Schauplatz weg. Einer anderer Mann fasste das Tier am Schwanz, hob es hoch und wollte es in die grosse Plastiktuete tun. Leider verlor der Mensch an der Plastiktuete die Nerven und der Kaimane biss beherzt in die Tuete. Beim zweiten Versuch ist das Manoever dann geglueckt.

Nach diesem Zwischenfall war unsere Sehlenruhe leider etwas gestoert, denn wo Kinder sind, da sind auch die Eltern nicht weit. Das dachten wohl auch die Zeltbewohner und raeumten grosszuegig den Schauplatz.

Auch dieser Teil unseres Urlaubs war wunderschoen und ich moechte Ihnen allen ans Herz legen, solch ein Abenteuer auch einmal zu begehen.

glg

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