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Quito

Diesen Namen kennt man aber – oder nicht? Quito ist die Haupstadt von Ecuador und mit ihren 2.850 m ü.NN die höchstgelegene Hauptstadt der Welt. Die Altstadt wurde 1978 als erste Stadt überhaupt in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Da ich bereits vor etwa einem halben Jahr zwei Tage in Quito verbracht hatte (ganz liebe Gruesse an die Niñas), reservierte ich schon im Vorfeld ein Zimmer im “l’Auberge Inn”. Das “l’Auberge Inn” ist ein Hostel an der Ecke “Av. Columbia” und “Yaguachi” und fuer mich das beste Hostel der Stadt! Als ich zum ersten Mal hier eincheckte, bekam ich ein grosses Dreibettzimmer mit gemuetlichem Holzfussboden, kuscheligen Betten, grossen Fenstern, einem kleinen Balkon und sprudelnd heissem Wasser. Dieses Mal aber wurde uns ein ungleich kleineres Zimmer zugeteilt und deswegen ging ich noch einmal runter zu der Rezeption und bat um ein anderes Zimmer. Die nette Frau von der Rezeption ging mit mir einige Treppen hoch und zeigte mir das Zimmer mit der Nummer 401. Es wird mir nun schwer fallen, nicht zu sehr zu schwaermen, aber ich erblickte … einen Traum, den Knaller! Stellen Sie sich bitte Folgendes vor: Ein sehr gutes Hostel beschliesst eines Tages, eine ueber allen anderen Zimmern gelegene Suite zu errichten. Dieses Zimmer bekamen wir zum gleichen Preis, wie das kleine Dreibettzimmer. Warum? Tja; es kann nicht an der Flaeche des Zimmers gelegen haben, denn es war etwa 5- bis 6-mal so gross, wie unser Zimmer von vorher. Auch die Fensterfront an den Betten mit dem Blick ueber Quito oder das grosse Badezimmer mit der Badwanne koennen hierfuer nicht verantwortlich gemacht werden. Ich glaube es lag daran, dass die Kuechenzeile noch nicht vollstaendig eingebaut war. Aber damit konnte ich gut leben.

An das “l’Auberge Inn” angeschlossen, aber doch eigenstaendig, ist das “Swiss Bistro” und hier hoert jetzt wirklich jeder Spass auf, denn die Speisekarte dieses Restaurants liest sich wie das wahrgewordene Schlaraffenland eines Voluntarios.

Ich moechte hier einen kleinen Absatz aus eben jener Quelle der Freude zitieren:

 

Fondue de queso – Cheese Fondue – Fondue au fromage – Käsefondue

Unser Käsefondue wird nach unserem traditionellen Rezept mit drei verschiedenen Käse (Gruyère, Raclette und Tilsiter) vorbereitet und mit einem Baguette Brot, Kartoffeln und einem Tomatensalat serviert.

Und damit Sie diesen Absatz nicht einfach so ueberlesen, das Ganze nochmal – und: Nehmen Sie sich Zeit – das muss man echt geniessen!

 

Fondue de queso – Cheese Fondue – Fondue au fromage – Käsefondue

Unser Käsefondue wird nach unserem traditionellen Rezept mit drei verschiedenen Käse (Gruyère, Raclette und Tilsiter) vorbereitet und mit einem Baguette Brot, Kartoffeln und einem Tomatensalat serviert.

Wie? Sie kennen Käsefondue und wissen wie das schmeckt? Entschuldigung, aber sie haben doch keine Ahnung! Kaufen Sie sich bitte den billigsten und geschmacklosesten Mozzarella und essen Sie diesen Käse knapp 8 Monate lang etwa sechsmal die Woche zum Fruehstueck und dann, aber erst dann, essen Sie ein Käsefondue (und ich wiederhole mich so gerne) mit drei verschiedenen Käse (Gruyère, Raclette und Tilsiter).

Da beruehren sich Himmel und Erde.

So, das musste gesagt werden.

Nun aber doch noch ein paar Worte zu dieser schoenen Stadt.

Wir folgten dem empfohlenen Altstadtrundgang unseres Reisefuehreres und besichtigten daher folgende Sehenswuerdigkeiten: die “Plaza Grande”, den “Palacio del Gobierno”, die Kathedrale, die Kirche “La Compañía de Jesùs”, die Kirche und den Platz von “San Francisco”, das “Museo de la Ciudad” (von aussen…), die Gasse “La Ronda”, die Kirche und den Platz von “Santo Domingo”, liessen das “Cafè del Teatro” aus und endeten an der “Basìlica del Voto Nacional”. Danach ging es noch auf den “Panecillo”, den Aussichtspunkt mit der Marienstatue mit den Fluegeln.

(Ich muesste jetzt eigentlich schreiben, wie schoen und eindrucksvoll diese Gebaeude und Plaetze waren, was auch der Wahrheit entspraeche, aber ich bin noch viel zu sehr aufgewuehlt wegen des Käsefondues, Sie muessen das entschuldigen…)

Unbedingt erwaehnen muss ich auch noch die Buchlaeden in Quito. Hier befindet sich angeblich die beste Buchhandlung Ecuadors, naemlich das “libri mundi” an der Ecke “Juan Leòn Mera” und “Wilson”. Hier kaufte ich mir einen Sammelband der Klavierwerke von dem mir voellig unbekannten ecuadorianischen Komponisten “Luis Humberto Salgado”. Kennt den jemand? Ich bin gespannt.

Der wahre Buchladenschatz Quitos ist fuer mich aber eindeutig das “compra-venta-libros”- Geschaeft von Osvaldo Rodriguez Ituarte in der “Robles E4-173 y Juan Leòn Mera”. Die mit Buechern vollgestellten Holzregale verbinden sich mit den schwarzweissen Kuenstlerfotos zu einer einzigartigen Atmosphaere mit einer eigentuemlich gemuetlichen Note. In den Regalen tummeln sich Buecher und Autoren aus aller Welt: Goethe, Shakespeare, Neruda, Balzac, Agatha Christie, Anne Frank, Bertrand Russel und und und… Zwischen alten Musikbuechern fand ich schliesslich Folgendes: Arnold Schonberg: Harmonielehre (Leipzig 1977, dritte Auflage). Ist das nicht ein Knaller? Wird da irgendjemand neidisch? Ich freute mich auf jeden Fall sehr und das Buch war gekauft!

Sehr krass und traurig fand ich dann allerdings, dass man quasi in jedem Buchladen nazionalsozialistische Schriften kaufen konnte; in einigen Geschaeften reihten sich geradezu Ausgaben von Hitlers “mi lucha” in den Regalen. Auch Erinnerungen von Speer waren keine Seltenheit.

Was ist da bloss los…?

Ausserdem wichtig: Ich habe mein Lieblings-vegetarisches Restaurant gefunden: das “Restaurante Vegetariano Ari” in der “Sucre”, Ecke “Garcia Moreno”, denn hier gibt es die Fleischplatte fuer 2 Personen und die kostet insgesamt auch nur 12,95 $. Wenn schon vegetarisch, dann aber auch mit viel Fleisch! Jo.

Eine weitere Empfehlung fuer alle Quitotouristen ist das Ledergeschaeft “Kapri’s arte en cuero” in der “Venezuela N7-53 y Manabì”. Nein, Sie sollen dort keine Jacken oder Guertel kaufen – das koennen Sie natuerlich gerne machen – , aber hinter der Schaufensterscheibe entdeckt man etwa drei Meter im Laden eine Biertheke und einen Proberaum, denn der Besitzer hat zusammen mit zwei Freunden eine Salsaband! Wir gerieten nur durch Zufall in dieses Geschaeft, denn an unserem ersten Abend hoerten wir auf dem Nachhauseweg aus diesem Ledergeschaeft merkwuerdig live-klingende Musik. Wir traten ein und freundeten uns schnell mit den drei Musikern an, die uns zu ihrem Konzert (zwei Tage spaeter) einluden. Natuerlich kamen wir zu ihrem Konzert in das Geschaeft zurueck und der Schlagzeuger und ich tauschten unsere Emailadressen aus. Man muss ja schliesslich auch mal global denken ;)

Auf dem Nachhauseweg lag in Guayaquil ein Mann auf der Strasse, seine Einkauftueten lagen neben ihm. Viel bewegt hat er sich nicht mehr… Immerhin stand ein Mann mit einem Telefon daneben, das ist schon etwas Besonderes.

Spaetestens in Guayaquil holt einen die Realitaet doch immer wieder ein.

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