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Konzerte, Workshops – und ein nahender Abschied

Konzert in Mi Cometa

Letzte Woche kamen zwei Gitarristen aus Quito in die Musikschule, Alvaro Obadía und Fabian Albornoz. Sie sollten abends im Theater in Guayaquil spielen und nutzten ihren Aufenthalt hier, um die Musikschule zu besuchen und einen Theorie-Workshop anzubieten. “Une option de plus”, eine Organisation, die verschiedene Projekte in Ecuador betreut und Freiwillige an diese vermittelt, stellte diesen Kontakt her und organisierte das Treffen. Es hiess zunaechst, die zwei wuerden die Kirchenarten, spanisch: modos griegos, erklaeren. Wir waren sehr skeptisch, das ist ja schon ein Thema fuer Fortgeschrittene und der Wissensstand ist von Musikschueler zu Musikschueler sehr unterschiedlich. Aber die zwei Quiteños schafften es, die Musikschueler in ihren Bann zu ziehen und erklaerten quasi bei Null anfangend die verschiedenen Intervalle und Skalen so verstaendlich, dass alle mitmachen konnten. Das fuer mittags bestellte Auto, das die zwei in die Stadt bringen sollte, wurde spontan abbestellt, weil der Wissensdurst der Musikschueler noch nicht gestillt war und die zwei profesores noch voller Elan waren – und so dauerte der Workshop fast vier Stunden.

Das Konzert am Freitag war ein voller Erfolg. Mit viel Muehe wurde das Auditorio von Mi Cometa vorher mit selbst gebastelter Deko geschmueckt. Das Programm war sehr lang, aber abwechslungsreich und spannend, dem Publikum hat´s gefallen. Das Grupo de vientos, das Blaeserensemble, eroeffnete das Konzert mit der ecuadorianischen Nationalhymne.

Es folgten verschiedene Duos, Ensembles und Bands, einige Schueler waren sehr aufgeregt, andere versuchten besonders laessig zu wirken. Stolze Kinder wurden von noch viel stolzeren Eltern und Lehrern beglueckwuenscht.

Fuer das Konzert am naechsten Sonntag auf dem Malecon haben wir inzwischen auch endlich die schriftliche Erlaubnis. Die Musikschueler freuen sich, dass sie ihre eingeuebten Stuecke und Lieder nochmal oeffentlich spielen koennen und im Clave de Sur wird jetzt auch nach dem offiziellen Ende der Vacacionales fleissig geprobt und geuebt. Hoffentlich regnet es am Sonntag nicht. Zwar haben wir fuer alle Faelle eine ueberdachte Ausweichmoeglichkeit, aber Open-Air – en aire libre –  ist das ja doch nochmal was anderes.

Meine Zeit hier neigt sich leider schon wieder langsam dem Ende zu. Das ist schrecklich. Gerade fuehle ich mich so richtig wohl, in meiner Gastfamilie und in der Musikschule, meine Schueler machen riesige Fortschritte und es tut mir weh, sie zurueck zu lassen. “No te vayas!” (geh nicht!), sagen sie und das ist schoen und schrecklich und ich moechte, dass die Zeit stehen bleibt…