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Neues Projekt?

Eine Neuigkeit: heute waren ein paar Freiwillige zusammen mit zwei Koordinatoren im Stadtteil Christo de Consuelo. Eine Nonne war vor Kurzem in der Musikschule. Sie wirkte sehr engagiert und war auf der Suche nach Leuten, die Lust hätten, in ihrem Stadtteil zu unterrichten. Instrumente seien schon vorhanden, lernwillige Kinder auch, es fehlten nur noch die Lehrer. Wir waren zunächst etwas zurückhaltend, es hieß, der Ort sei weit weg und gefährlich und die Idee war, dass wir dort vom Guasmo aus immer für zwei Stunden hinfahren, nachmittags, und einen Monat lang unterrichten. Spontan wollte niemand zusagen, bei einer so langen Anfahrt wäre der ganze Nachmittag verplant und niemand wollte seine Unterrichte im Guasmo so stark reduzieren. Aber ansehen wollten wir uns diesen Ort und zumindest mal sehen, ob die Instrumente überhaupt spielbereit sind. Und so fuhren wir heute zu acht nach Christo de Consuelo und machten uns ein Bild von der Situation dort.

Ich weiß nicht, wer das Gerücht in die Welt gesetzt hat, wir hätten etwa eine Stunde Fahrtzeit. Schon nach etwa 20 Minuten Camioneta-Fahrt waren wir am Ziel.  Es handelte sich um einen riesigen Gebäudekomplex mit einem wunderschön bepflanzten Innenhof, in dem insgesamt 900 Kinder und Jugendliche ein- und ausgehen.

Vorwiegend verbringen dort etwa 320 Kinder bis drei Jahre aus der Gegend den Vormittag und Mittag, so dass ihre Eltern tagsüber arbeiten können. Die Kinder werden dort für einen sehr günstigen Monatsbeitrag betreut, beschäftigt, verpflegt und haben außerdem jedes ein Bett zum schlafen. Während wir da waren fand gerade ein Tanzkurs statt, an dem Kinder aus der dazugehörigen Schule gerade für eine Aufführung am Sonntag probten. Die Instrumente, die es vor Ort gibt, sind vor drei Jahren gekauft worden und noch originalverpackt. Alles also in bestem Zustand, Klaviere, Gitarren, Geigen in verschiedenen Größen, E-Gitarre, E-Bass, Schlagzeug.

Etwa 20 Kinder haben sich für diese erste Projektphase für die  verschiedenen Instrumente angemeldet. Ab der zweiten Novemberwoche werden nun also zweimal pro Woche Leute aus dem Guasmo nach Christo de Consuelo fahren und dort unterrichten. Wer genau fährt, müssen wir noch überlegen und mit unseren Stundenplänen koordinieren, aber das Projekt wird auf jeden Fall stattfinden. Geplant ist eine sechswöchige „Projektphase“ mit einem abschließenden Weihnachtskonzert. Schön wäre es, wenn auch Ecuadorianer mitkämen. So könnte eventuell eine längerfristige Kooperation entstehen, falls das Projekt gut ankommt.

Letzten Sonntag war ich spontan in der Schule meines Gastcousins. Es war Tag der offenen Tür und die verschiedenen Jahrgänge präsentierten sich mit selbstgebastelten Flaggen, die die Provinzen Ecuadors darstellten, es wurde eine Schönheitskönigin gewählt und getanzt.

Die Klasse meines Gastcousins führte einen Folklore-Tanz aus der Sierra (aus den Anden) auf, in Tracht. Das war beeindruckend. Ich war ganz stolz auf ihn und ging mit einem Sonnenbrand nach Hause!