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Sì se puede!

In der Musikschule herrscht weiterhin voller Betrieb, es wird an jeder Ecke unterrichtet und geuebt. Dennoch ist nach der Projektphase ein wenig Ruhe eingekehrt (zumindest im Vergleich zu vorher) und so sind wir letztes Wochenende zu fuenft nach Cuenca aufgebrochen, um uns ein Cello, Modell “Cremona”, anzusehen, das preislich stark heruntergesetzt war. Wir haben uns fest vorgenommen, demnaechst mit dem Cellounterricht zu beginnen, was mit zwei Instrumenten (eins fuer den Lehrer, eins fuer den Schueler) einfach deutlich besser geht als nur mit dem einen, was wir haben. Leider stellte sich heraus, dass das Cello keinen identifizierbaren Ton mehr von sich gibt, sobald man die Finger aufsetzt. Fehlanzeige. Sehr schade!

Cuenca war den Besuch trotzdem allemal wert, eine wunderschoene Stadt. Etwa eine halbe Busstunde von Cuenca entfernt liegt der Nationalpark Cajas, in dem man in wunderschoener Natur wandern kann. Den Sonntag verbrachten wir dort und liessen uns  von der wunderschoenen und abwechslungsreichen Landschaft ueberwaeltigen.

Was das Cello angeht, muessen wir uns also nun vorerst doch mit nur einem Instrument begnuegen und improvisieren. Annika, die letzte Woche gekommen ist, hat noch eine Bratsche mitgebracht, und so werden wir wohl versuchen, diese zur Hilfe zu nehmen.

Nach unserer Rueckkehr aus Cuenca kam Rahel fuer zwei Tage zu uns. Was fuer ein Glueck, was fuer ein Zufall, sie ist Cellistin! Sie hat selbst in einem Projekt in Peru unterrichtet und befand sich gerade auf der Durchreise nach Columbien, von wo aus sie mittlerweile zurueck nach Deutschland geflogen ist. Spontan machte sie einen Abstecher in den Guasmo und unterrichtete uns Geigenlehrer auf dem Cello, so dass wir jetzt ein paar wenige Grundlagen beherrschen, die wir jetzt noch verinnerlichen wollen, um sie dann im Unterricht weitergeben zu koennen. Immer wieder sitzt eine von uns mit dem Cello irgendwo in einer Ecke der Musikschule und uebt. Spontane Kammermusik-Sessions gab es auch schon. Am Freitag haben wir spontan ein Geigen-Cello-  sowie Posaunen-Cello-Duo gespielt. “Sì se puede!”

Am Mittwoch gab es gleich zwei Konzerte: eins in der Universidad Saleciana, wo J.Band die Menge mit Cumbia zum Toben und Tanzen brachte und am gleichen Abend eine Veranstaltung im Museo Nahim Isaia Marquez fuer den Kampf gegen Straffreiheit und fuer Menschenrechte. Paula, Katharina und Franziska ergaenzten die Reden mit ihren musikalischen Beitraegen.

Gestern haben wir in der Musikschule den Film „Das Leben der anderen“ gezeigt und einen kleine Einfuehrung in die Geschichte der deutschen Teilung gegeben. Es waere schoen, wenn sich das ganze demnaechst wiederholen wuerde, dann mit einem Einblick in die Geschichte Ecuadors durch die Musikschueler.

Nikis vollständiges Reisetagebuch finden Sie übrigens hier.