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Hach, ist das Leben schön.

… Das Essen ist lecker, die Menschen sind nett, die Arbeit macht Spaß, das Wetter ist gut. Und wir wohnen am Meer (ich kann es nur immer wieder betonen; es ist einfach zu schön, um wahr zu sein!).

Es gibt eigentlich wenig Neues, aber ich wollte mich mal wieder melden und vor allem die Fotos zeigen. Lena und ich verbringen sehr viel Zeit mit unseren Playas-Freunden. Wir gehen viel tanzen und schwimmen, spielen Karten oder machen Pyjama-Partys. Es ist einfach extrem entspannt und nur zum Wohlfühlen. Mit meiner Gastfamilie kann es auch nicht besser laufen. Die Kinder sind die allersüßesten Kinder, die es gibt, die Hunde sind superlustig, wenn sie sich streiten und meine Gastmama nennt mich mittlerweile „el ángel Julia“. Das einzig Negative an diesem perfekten Leben (neben der Tatsache, dass ich euch nicht bei mir haben kann natürlich ;) ) ist, dass ich mich entscheiden muss: Mache ich heute was mit meinen Freunden, was eigentlich nur schön werden kann, oder mache ich was mit meiner Familie, was ebenfalls keine falsche Entscheidung sein kann.

Übrigens kommt der Brötchenmann wieder und ich nehme immer weiter zu (meine Familie nennt mich auch schon „gordita“ – „pummelig“), deshalb habe ich mir vor kurzem eine Sportausrüstung für 7$ gekauft und bin joggen gegangen. Es war eine schreckliche Qual, bei der Hitze und nach 3 Monaten überhaupt kein Sport. Aber die Belohnung war, danach ins erfrischende Meer zu springen. Ich kann mich also nicht beschweren.

Der Deutschunterricht läuft auch gut; es ist sehr lustig, wie die Schüler die deutschen Wörter aussprechen. Vor allem die Umlaute scheinen extrem anstrengend zu sein. Aber mittlerweile haben sie schon einiges gelernt und können sich sehr oberflächlich (!) auf Deutsch unterhalten.

Anfang Dezember werden wir ein Konzert geben, zu dem die Guayaquil-Leute auch eingeladen sind. Das wird bestimmt ganz nett, wenn die Playas-Schüler, die gerade erst 3 Monate Unterricht haben, die Guasmo-Schüler sehen können, die durch das Projekt teilweise schon seit Jahren ein Instrument spielen. Dann steigt die Motivation sicherlich noch mehr, wenn das überhaupt noch möglich ist.

Im Moment sind wir fleißig dabei, Familien zu suchen; für die nächsten Freiwilligen. Für Lena und mich ist es ein supergutes Gefühl, zu wissen, dass, wenn wir hier alles zurücklassen, Nachfolger kommen. Dass unsere Arbeit nicht für die Katz‘ war und auf das Beigebrachte aufgebaut werden wird. Wir schaffen sozusagen das Fundament und bringen den Schülern das Notenlesen bei und die nächsten Musiker ohne Grenzen, die nach Playas kommen, werden dann Profis aus ihnen machen. Lena und ich sind uns sicher, dass wir irgendwann nochmal hierhin kommen werden; ich bin gespannt, wer meiner Schüler dann noch Gitarre spielt und vor allem, wie sie spielen!

Es schmerzt jetzt schon – das Gefühl, zu wissen, dass man das alles hier bald hinter sich lassen muss. Aber deshalb genießen wir die letzten Monate hier umso mehr!!

Übrigens steht bei mir jetzt schon der Plastikweihnachtsbaum mit blinkenden Lichtern im Wohnzimmer. Die Hoffnung besteht, dass doch noch irgendwann Weihnachtsstimmung aufkommt, bei Hitze und Strand. :-P Grüße ins Novemberdeutschland; habe gehört, es liegt teilweise schon Schnee!?