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Viel zu tun und viel erreicht

In den letzten Wochen wurde nicht nur viel Unterricht gegeben, sondern auch sehr viel geprobt und noch mehr vorbereitet. Besonders unser Orchester verläuft sehr erfolgreich. In der grade einmal dritten (!) Probe wird es von einem Ecuadorianer – einem meiner Dirigierschüler – dirigiert und er macht seine Sache hervorragend! Darauf waren wir in keinster Weise vorbereitet. Wir gingen davon aus, dass erst bei einem späteren Projekt ein Ecuadorianer die Leitung übernehmen wird. Und die Begeisterung darüber, dass wir in grade einmal einem Monat die Schüler für das Orchester begeistern könnten, ein Stück bearbeitet haben, dieses bereits nach der der zweiten Probe geradezu bühnenreif war und das jetzt auch noch ein Ecuadorianer am Dirigentenpult steht, steig bei uns MoG´s ins Unermessliche. Grade auch weil – als die Idee mit dem Orchester nur ein bloßer Hirngespinst in unseren Köpfen war – wir große Bedenken hatten.

Aber nun steht ein Dirigent vor dem Orchester, der sich seiner Sache sehr sicher ist. Einen Takt vorgebend gibt er der Flöte, die einen Auftakt hat, ihren Einsatz und das restliche Orchester setzt punktgenau auf die 1 ein. Mit einem kurzen Nicken signalisiert er seinem Orchester, dass der Einstieg gut funktioniert hat. Bis zum Ende des Stückes hält er das Tempo konsequent durch, vertut nur sehr wenige Male mit dem 3/4-Takt (zur Not lass ich paar Takte meiner Cellostimme weg, um ihn rein zu bringen) und macht dabei auch noch einen optisch sehr guten Eindruck.

2013-03-18

Und da die Proben so hervorragend laufen, entschieden wir uns, ein weiteres Stück mit dem Orchester einzustudieren. Geplant war eigentlich die “Morgenstimmung” von Edward Grieg, jedoch wollte ein Großteil des Orchesters lieber eine Bearbeitung von “Dragonball” spielen. Also besorgten wir die Noten und die kommende Nacht werde ich wohl damit verbringen, das Stück für das Orchester umzuschreiben. Dass nun schon Wünsche für die Proben geäußert werden, werten wir als eine positive Resonanz auf das Projekt.

Am 22. März wird sich das Orchester zum ersten Mal der Öffentlichkeit darbieten und ich bin über alle Maße hinaus gespannt, wie sich das Orchester vor Publikum machen wird. Dass ich noch am selben Tag meine Heimreise antreten werde, ist zwar eher unvorteilhaft, da ich mit meinem Schüler und den Musikerinnen und Musikern gerne nochmals den Auftritt reflektieren wollen würde, aber das Wichtigste haben alle soweit schon drauf und daher wird dies wohl eh nicht zwingend notwendig sein. Ich hoffe nur, dass das Orchester nach unser aller Abreise nicht im Sand verlaufen wird, sondern, dass sich einige dafür stark machen, dass auch weiterhin geprobt wird. Wir können die Leute hier ja immer aus Deutschland mit Noten versorgen. Aber dafür, dass das Orchester nur ein kurzes Projekt während den Ferien wäre, waren die Proben viel zu gut und die Begeisterung darüber, in einem so großen Ensemble zu spielen, viel zu groß!

Andrés Reisetagebuch finden Sie hier.