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Home Sweet Home

Ich bin mittlerweile wieder im wunderbaren Playas, habe viele Leute glücklich gemacht mit meiner Rückkehr; ganz besonders mich selbst.

Der Abschied im Dschungel war unglaublich! Sie haben eine Abschiedsfiesta nur für mich gemacht, inklusive Chicha (das Maniokgetränk), Tanz, Gesang, Essen und Taufe. Ja, ich bin endlich getauft – 20 Jahre nach meiner Geburt. Sie haben mir den Quichua-Namen „Yaku Warmi“ gegeben, was „Göttin des Wassers“ heißt. Jetzt bin ich eine Quichua-Frau und dazu auch noch eine ganz mächtige Göttin! Zum Schluss habe ich ganz viele Geschenke bekommen: Selbstgemachte Ketten, Federohrringe, Taschen, Armbänder… Was für ein Tag!!

Nach 14 Stunden Busfahrt kam ich am Montag früh morgens in Playas an und dann fing das Dauergrinsen an! Oh mann, wie ich das alles hier vermisst habe; endlich bin ich wieder zuhause! Jeden Tag treffe ich wieder jemanden, der es gar nicht glauben kann, dass Julia wieder in Playas ist. Genauso wenig, wie ich es glauben kann. Es ist wie ein Traum, deshalb genieß ich die Zeit hier ganz besonders, weil ich befürchte, jeden Moment in Deutschland aufzuwachen.

Das Baby und der Hund Emma sind unglaublich gewachsen, das Baby läuft fröhlich durch die Gegend und weckt mich deshalb auch leider morgens auf, wenn es zu mir ins Bett kriecht. Meine Mama Martha drückt mich immer mal wieder und ist noch herzlicher als letztes Jahr. Ach und Pablo… Als wäre das halbe Jahr nicht gewesen, das wir uns nicht gesehen haben. Nur was das Tanzen angeht bin ich etwas eingerostet. :D

Meine Gastfamilie hat sich in meiner Abwesenheit ein Internetcafé mit 3 Computern aufgebaut, weshalb ich jetzt auch viel einfacher Internetzugang hab. Das Leben in Playas ist also nochmal schöner geworden. Meine Gastschwester und –bruder haben jetzt beide einen Job, es tut sich also langsam etwas hier.

Mit Katja – die andere Musikerin ohne Grenzen, die schon seit April hier ist – verstehe ich mich auch sehr gut und wir haben erfolgreich die Gastfamilien gefunden und zugeteilt. Haben auch schon einiges an Werbung in Schulen und im Radio für das Projekt gemacht, das in 2 Wochen anfängt. An Schülern wird es uns bestimmt nicht mangeln. Ich freu mich schon ganz sehr auf die anderen MoGs, die in den nächsten 2 Wochen langsam eintreffen. Die Familien können es auch kaum noch erwarten. Einmal war ich auch schon im Centro Intercultural, wo die Musikschule noch im Gange ist. Dort habe ich gleich zwei meiner ehemaligen Gitarrenschüler getroffen, die fleißig Akkorde geschrubbelt und dazu schnulzige ecuadorianische Liebeslieder gesungen haben. Zum Schluss saßen Katja und ich am Klavier und die beiden haben uns ein Lied beigebracht. Der Schüler unterrichtet den Lehrer! Ich war völlig euphorisch, wie die beiden sich innerhalb des letzten halben Jahres entwickelt haben!

Nur noch eine Sache fehlt: Die Sonne und die Hitze. Wir scheinen gerade eine ganz besonders kalte Zeit des Jahres erwischt zu haben. So hatte ich Playas jedenfalls nicht in Erinnerung. Gerade in den Nächten bin ich froh, dass ich mir einen Pulli und lange Hosen eingepackt habe; da bin ich schon ein bisschen neidisch, wenn ich von euch höre, dass in Deutschland ein ganz schöner Sommer mit 30 Grad angebrochen ist. Trotzdem will ich nicht tauschen. ;)