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Desfile in Ecuador

Letzte Woche fanden die großen Desfile in Ecuador statt. Natürlich sind bei einem auch wir Musiker mitgelaufen. Die Umzüge kann man sich so ein bisschen wie die Karnevalszüge in Deutschland vorstellen. Nur dass ein Großteil der Gruppen ausschließlich Trommeln und ein tragbares Xylophon dabei hatten.

Donnerstag hielt dann unser Bürgermeister eine Rede in der Casa Intercultural, die wir musikalisch umrahmen durften. Matthi und ich packten also ein schönes Duett für Klarinette und Saxophon aus.
Interessanter Weise spielten aber alle Eccis für diesen Tag ein bisschen verrückt. In der Straße vor dem Kulturzentrum wurden Steine, Zäune Mauern, Reifen und Palmen weiß blau (in den Farben der Stadt) gestrichen. Viel interessanter fand ich aber, dass eine große Baugrube vor der Casa einfach wieder zugeschüttet und plattgewalzt wurde. Die neuen Rohre, die schon etwas länger daneben liegen, wurden natürlich nicht vergraben. Das geschah noch am selben morgen und war dann auch kurz vor Veranstaltungsbeginn fertig. Wann die Straße dann wohl wieder für die neuen Rohre aufgerissen wird bleibt abzuwarten.
Am Wochenende tingelten wir mit ein paar Freunden aus Playas und zwei Freunden von Matthi, die er im Flugzeug kennengelernt hatte, nach Montanita, einer kleinen Surferstadt nördlich von Playas. Der Weg dorthin ist ein bisschen mühsam. Zwar hat uns ein Freund mit einem Pickup am Busterminal in Playas aufgegabelt, nur waren wir nunmal zu zwölft mit Gepäck und zwei Surfbrettern und bei hundert km/h ohne Beinfreiheit auf einer Kamionetta hatte ich mir ein bisschen angenehmer vorgestellt. In Progresso sind wir dann in ein in wohl noch unbequemeres Gefährt gestiegen. Ein Auto ähnlich einem VB-Bus verlangte relativ viel Geld dafür, dass er uns ein Stück weiter nach St. Elena fährt. Begründung: Wir sind so viele, dass er gerade keinen Rabatt geben kann, weil er ja die Polizei bestechen muss, wenn sie uns anhält, weil wir ja viel zu viele im Bus sind. Merkregel für jede noch so kleine Reise sind für mich übrigens ein Pullover und Oropax. Es gibt zwei Arten von Bussen hier. Die klimatisierten und die unklimatisierten, die auch meistens kein Fernseher haben. In jedem Fall braucht man für beide etwas zum anziehen. Die Filme in den Bussen handeln meistens von ganz viel Schießereien und Menschen die sehr qualvoll getötet werden (die Kinder in den Bussen scheinen dass gewöhnt zu sein) und das bei einer Lautstärke, die man nur schwer auf längere Zeit ertragen kann. Man ist gut, die Eccis lieben wohl die Lautstärke und lieben es, Boxen so laut zu drehen, wie man sie gar nicht drehen sollte.
Zwar Montanita ist das ganze Wochenende über eine riesen Fiesta. Die Musik lief die ganze Nacht durch, die Straßen sind wohl bis zum Morgengrauen gefüllt. Mal ganz lustig zu erleben, so ein Ballermann von Ecuador.
Trotzdem gings dann Samstag für Jana, Alicja und mich auf eine kleine Urwaldtour auf hohem Ross. Im Galopp durch den Urwald Ecuadors war ein riesen Spaß!!

Autor:

Auch mich zieht es nach dem Abitur ins Ausland. Für mich geht die Reise ins wunderschöne Ecuador, um dort Saxophon- und Klavierunterricht zu geben :)