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Katzenmama, Musiklehrerin, Surfschülerin und dauerglücklich

Meine Güte, wo ist die Zeit geblieben? Wäre es nicht irgendwie möglich, 30-Stunden-Tage zu haben? Ich hätte es im Moment dringend nötig!! Falls jemand eine Idee hat: Bitte melde dich bei mir!!

Ich fühle mich immer noch pudelwohl – vielleicht sogar etwas zu pudelwohl. Es fällt mir unglaublich schwer, zu entscheiden, was ich als nächstes tun werde und wem ich als nächstes einen Korb geben werde. Aber das ist immerhin besser, als Langeweile und Nichtstun.

Mittlerweile sind wir komplett: Neun deutsche Jugendliche leben nun in Playas und geben Musikunterricht. Gerade hat unsere zweite Unterrichtswoche begonnen. Nach wie vor macht die Arbeit sehr viel Spaß und nach wie vor können wir uns vor Schülern kaum retten. Anfang September haben wir ein Konzert und die Zeit rast!! Aber wir sind alle motiviert, es ist also die perfekte Mischung: Viele Schüler, motivierte Lehrer. Naja, nur die Zeit fehlt eben. Da Playas im Moment sein Jubiläum feiert, gibt es wieder einmal unzählige Straßenumzüge. Und wir Musiker ohne Grenzen mittendrin – winkend, lächelnd, marschierend. Naja, die Leute sind begeistert. Einen dieser Märsche haben wir gestern hinter uns gebracht. Matthi spielte Saxophon und Anne übernahm den Rhythmus. Es hat wirklich ziemlich viel Spaß gemacht und die beiden waren eine der Hauptattraktionen für die Leute.

Ich bin frisch gewordene Katzenmutter, mein Baby ist noch ganz klein, trinkt Milch und heißt Emilia. Meine Gastgeschwister haben sie verlassen auf der Straße gefunden und jetzt wohnt sie bei mir in meinem Zimmer. Habe mich schon ausgiebig informiert, aber es ist unmöglich: Ich kann sie nicht mit nach Deutschland nehmen. Dabei haben wir beide uns schon so sehr aneinander gewöhnt, ich werde heulen wie ein Schlosshund, wenn ich gehe! Natürlich nicht nur wegen des Kätzchens, aber jetzt gibt es noch jemanden, den ich hier zurück lassen muss.

In meiner Freizeit habe ich immer noch Ferien: Ich lebe am Strand, surfe (am Wochenende stand ich endlich mal mehr oder weniger auf der Welle!), trinke frisch gepresste Fruchtsäfte, schaue Pandilla zu – unser Freund und BMX-Meister Ecuadors – , esse Eis, und gehe tanzen. Oh ja, das Tanzen…! Während ich in Deutschland war, hatte ich ganz vergessen, wie gerne ich das hier mache! Und wie oft.

Ach, es hört sich schon wieder so wehleidig an, als ob ich überhaupt nicht wieder nach Hause möchte. So ist es auch: Ich möchte hier nicht weg. Aber es gibt ja schon einige Dinge und Menschen, die ich hier sehr vermisse und auf die ich mich unglaublich freue. Und dann ist da noch etwas: Ich habe von meiner favorisierten Universität in Halle/Saale eine Zusage bekommen. ICH WERDE IN HALLE STUDIEREN!! Ich kann das Studentenleben gar nicht mehr erwarten; eine eigene Wohnung, endlich wieder etwas lernen (obwohl ich darauf bestimmt wieder ganz schnell verzichten kann…), selber kochen, einkaufen und putzen (hmmm) und einfach unabhängig sein. Und vielleicht finde ich ja auch eine schöne Salsabar und irgendeine Möglichkeit, Musik zu machen. ;)

Bis dahin genieße ich aber mein überfülltes Leben hier in Playas; das werde ich ja schließlich sobald nicht wieder haben. Viele sonnige Grüße und bis bald.