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What is it about?

Im Rahmen der Organisation “Musiker ohne Grenzen” gebe ich Musikunterricht in “Trenchtown”, auch genannt “Kingston 12″, dem Ghetto von Jamaikas Hauptstadt “Kingston”. Der Geburtsort des Raggae, Stadt der Rastafari.

Hierzu lebe ich in einer Gastfamilie in der direkten Umgebung. Das symphatische Oberhaupt “Ricky” betreibt eine kleine Bar. Nicht was ihr unter einer “kleinen Bar” versteht sondern ein 2 mal 4 Meter großer Raum mit einem Kühlschrank und zwei an der Wand aufgehängten Brettern mehr oder weniger voll mit diversen Getränken und einem Karton Longpapes der alle gefühlte 2 Stunden ausgewechselt werden muss.

Die Frau der Familie ist ein “Girl”, but he only got one “Wife”, die irgendwo anders lebt und von der auch das kleine Mädchen Linda stammt, das in der Nachbarschaft bei ihrem Onkel wohnt und ab und zu mit anderen kleinen Freunden vorbeikommt die am Unterricht teilnehmen oder mich nur eine weile mit strahlenden und/oder staunenden Augen anschauen wollen.

Ich liebe das Jamaikanische essen: Jede menge schmackhafte Früchte die es sonst nirgends gibt, zubereitet mit Reis, Hühnchen u.a.

Und auch ansonsten ist es hier weniger rau als erwartet. Zwar gibt es manchmal kein Wasser aus der Leitung (zum duschen muss ich generell hinters haus gehen um mir mit einem Eimer aus einer Tonne Wasser überzukippen) und die Moskitos lieben mich fast so sehr wie die Kinder aber dennoch ist es ein schöner Ort hier: Überall schallt Musik aus irgendwelchen Lautsprechern, die Kinder spielen auf den Straßen, die Wände sind oft mit handgemalten Bildern versehen (oft muster in den Rastafarben oder auch Bilder von Lokalen Raggaehelden), man grüßt und unterhält sich mit Fremden. Es ist soweit ich bisher darüber urteilen kann ganz und garnicht kriminell in meiner Umgebung. Die Menschen sind stark von der Lebensphilosophie der Rastafari beeinflusst. Liebe deine Mitmenschen, positive Vibration, tu deiner Umwelt nur gutes. Auf der Rückwand eines großen Gebäudes steht “Trench Town – a community on a Mission – one Love”.

Mein Arbeitsplatz, der Trenchtown Culture Yard – heute ein Museum, früher Home of Bob Marley-  ist ein wunderschöner und unendlich friedvoller Ort. Die ersten Unterrichtsstunden verliefen soweit sehr erfolgreich, vor allem die Kinder sind unglaublich konzentriert und freudig bei der Sache. Nur die Unpünktlichkeit macht hier und da noch Probleme. Nebenbei: Es gibt hier zahlreiche Dancehall-Sänger aber ein Instrument beherrscht fast niemand, da die Anschaffung und Unterricht zu teuer sind. Um den Radius noch auszuweiten haben Kush und Ich heute mit dem Direktor der örtlichen High School Gesprochen um eine Musikklasse zu eröffnen, die startet wenn mehr Musiker ohne Grenzen da sind.

Blessed (so sagt man hier),

Felix

1 Kommentar

  1. Hey Felix,

    danke fuer deinen coolen Bericht – voll krass hier in Ecuador zu sitzen und von dir „drueben“ in Jamaika zu lesen und die Fotos zu sehen. Hau rein und peace and love and blessings etc. ;-)

    Die Mog-Muddi (oder wie war das?)

Kommentare sind geschlossen.