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Am Esstisch

Wir sitzen am Esstisch. Der erste, meist ich, als Gast, bekommt seinen Suppenteller. Ich warte. Noch sind nicht einmal alle im Raum, die gerade zum Essen gerufen wurden.
Der nächste bekommt seinen Teller und beginnt sofort. Beim dritten beginne ich zögerlich auch.
Folge des Ganzen ist, das die ersten schon mit der Suppe fertig sind, als der letzte bekommt. Ich bekomme währenddessen schon die Hautspeise gereicht. Die Gastmama nimmt meinen benutzen Suppenteller, füllt sich selbst darauf auf und beginnt als letzte zu essen. Ich wundere mich einen kurzen Moment lang. Berührungsängste gibt es hier wirklich keine.

Die ersten schieben kurz darauf ihren Teller weg und stehen auf. „Danke!“, und weg sind sie.
Die Köchin schaut zufrieden, es scheint geschmeckt zu haben.

Ich habe Glück, das Essen hier ist eigentlich immer gut. Meist gibt es erst eine Suppe und danach Reis mit Fleisch oder Fisch und maduros, Bananen.
Nach dem Essen bleibe ich als einzige sitzen, bis alle fertig gegessen haben und fühle mich dabei schon fast ein bisschen bescheuert. Alle Verbliebenen gucken komisch und fragen sich wahrscheinlich, worauf ich noch warte. Ich halte durch und nutze die Zeit für Konversation. ;-)

Abspülen helfen darf ich auch nach mehrfachem Angebot nicht, obwohl ich schon nicht beim Kochen helfen durfte. Wahrscheinlich würde das die Gastfreundschaft verletzen. Seufzend gebe ich auf.