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10 Tage Playas

Ihr Lieben!

Endlich habe ich mich etwas sortiert hier und kann euch so vieles berichten! Ich bin gut angekommen – mit Koffern! – da war ich nach so vielen Unsicherheiten in Mexico sehr erleichtert! Ich wurde von einer anderen Freiwilligen und einer anderen Trompetenlehrerin abgeholt und zuhause abgeliefert. Von Maria, der Freiwilligen, wurde ich power gespoilert und kam nach 2 Stunden Geschichten, total erledigt, in meiner neuen Familie an.

Ich wurde umrannt von Kindern, obwohl es schon 11 war und gedrueckt und gekuesst von gefuehlten 10 Familienmitgliedern. Der Empfang war so lieb, meine kleine Gastschwester hat mir sogar ein Plakat gemalt (Bild folgt hoffentlich bald!).

Das Haus ist eigentlich mehr eine Huette mit Wellblechdach und die Waende sind aus blossen Ziegelsteinen, die nichtt ganz bis zur Decke reichen. Mein Zimmer ist genau so gross, dass mein Bett (was aber riesig ist) und eine Matraze hineinpasst, auf der meine zwei (10 Jaehrigen) Schwestern schlafen. In dem Zimmer daneben schlafen meine Eltern, Lorgia und Waldemar (oh ich freu mich immer so den Namen zu sagen, das erinnert mich an Zuhause!), mein Gastbruder Daili, meine andere Schwester (14) und wahlweise Freunde und andere. Im hinteren Bereich des Wohnzimmers, oder sagen wir Aufenthaltsraum steht noch ein Bett, da schlaeft meine aelteste Schwester, die ist 23 mit ihrem Kind (das ist bald 2 und unglaublich niedlich) und ihre Freundin mit ihrem Mann. Wenn das Haus voll ist, habe ich glaube ich mal 13 Bewohner gezaehlt aber das schwankt eigentlich taeglich.

Die Stimmung ist echt sehr herzlich, alle lachen viel und kuemmern sich um jeden, mein einziges Problem war das Klo.Ich habe in der Nacht einfach keine Spuelung gefunden, nur einen Eimer. Mittlerweile bin ich aber schon Profi. Einfach den Eimer fuellen und mit viel Schwung ins Klo kippen. Alles easy. Am Donnerstag nachdem ich ankam, habe ich mit Maria Playas erkundet und sie hat mir den Strand, den Markt und die Musikschule gezeigt. Alles ist so cool hier, die Musikschule hat sogar eine beleuchtbare Buehne fuer Konzerte!

Am Freitag bin ich gleich mit allen anderen Freiwilligen aus Ecuador nach Zhagal gefahren. Da ist eine Finca auf dem Land im noerdlichen Teil Ecuadors mit Orangenbaeumen und Kakao im Garten, wo wir das Wochenende alle uebernachtet haben. Es war fuer das Ankommen hier echt perfekt, gleich so viele bekannte Gesicher zu sehen und sich mit ihnen auszutauschen, Treffen zu vereinbaren und alles zu verstehen, was geredet wird!
Am Samstag sind wir alle auf einem Pick up zu heissen Vulkanquellen gefahren, die malerisch an einem Fluss gelegen waren. mitten unter Bananenstauden. Wir haben abwechselnd im kalten Fluss und in den Quellen gebadet und Sandwiches gegessen.
Abends waren wir tanzen auf einer Dorffiesta und so habe ich meine erste echte Salsastunde gleich in freier Wildbahn gehabt. Die Musik ist hier uebrigens unglaublich laut und es tanzen dafuer erstaunlich viele Kinder auf Armen der Muetter mit!
Auf der Busfahrt nach Hause konnte ich endlich ganz lange mit Zoe reden, meiner Zimmerpartnerin vom Vorbereitungsseminar. Sie ist in Olon, einem Strandort im Sueden und in 2 Wochen werde ich sie dort besuchen!
Am Abend hatte ich einen unglaublich herzhaften Empfang zuhause. Es wurde spaet abends noch fuer mich gekocht und gequatscht und ploezlich ging das mit dem Spanisch schon eine ganze Ecke besser!

Am Montag habe ich mit Insa (meine Geigenvorfahrin) und Maria einen Strandtag im Nachbarort verbracht. Es ist traumhaft schoen, nur leider gerade Winter! Also bewoelkt und keine Badetemperatur. (Sagt mir nicht, dass es in Deutschland heiss ist, dann sterbe ich vor Neid!)

Leider bin ich den restlichen Tag nur noch im Bett gelegen, da ich Fieber hatte. Vielleicht war doch alles ein bisschen viel fuer den Anfang. Aber gut Anfang, es sind tatsaechlich erst 10 Tage vergangen und es kommt mir schon so unglaublich lange vor. Vielleicht weil noch alles so neu ist. Mittlerweile bin ich wieder gesund und hatte im Laufe der Woche auch schon meine ersten Unterrichtsstunden! Ich kann endlich sagen, dass ein grosser Teil von mir hier angekommen ist, und diese Prozedur hat echt sehr viel laenger gedauert, als ich dachte!

Aber meine Familie hier ist toll und die Kinder immer sehr aktiv und so werde ich gleich als Teil ihrer behandelt. Das Essen hier ist auch viel besser als ich dachte! Zum Fruehstueck suesse Tortillas ist einfach ein Traum! Nur an das Duschen mit einem kleinen Eimer aus einer Tonne muss ich mich noch gewoehnen, aber gut, werde ich eben hier zum Kaltduscher, soll ja gesund sein.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es mir gut geht, aber die Zeit geradezu schleichend vorangeht. Ich bin schon sehr gespannt, ab wann die Tage im Nu verfliegen werden! Im September kommen zumindest die anderen Freiwilligen fuer dieses Jahr, im Moment haenge ich noch mit denen aus der letzten Arbeitsphase ab. Dann gehts ans Strukturieren, Schueler werben und im Meer baden. Bilder gibt es hoffentlich bald, in 2 Wochen in Olon habe ich WLAN dann geht das einfacher!

Ihr Lieben, ich halte euch auf dem Laufenden, aber tut ihr das bitte auch! Ich will ungedingt wissen, was so in Deutschland los ist, hier ist die Welt sehr auf das Leben in einem Haus beschraenkt.
Ganz viele Kuesse, eure Paula