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Endlich angekommen!

Es war dann tatsächlich der letzte Post aus Indien….

Ich hatte auf der Rückreise nicht mehr die Möglichkeit, ins Internet zu gehen, darum will ich jetzt nochmal kurz zusammenfassen, was seit dem 16.08. passiert ist:

17.08.
Am 17. haben wir früh um 11:00 das Hostel verlassen, um uns in einen der vielen Jeeps zu setzen, die bergab fahren. Da drin haben wir dann bis 12:00 gewartet, bis sich noch andere Mitfahrer gefunden hatten, denn sonst hätten wir für alle (leeren) Plätze mitbezahlen müssen.
Die Runterfahrt war okay, hat diesmal auch nur 3 Stunden gedauert. Unten – in der indisch-städtischen Hitze am Bahnhof New Jalpaiguri – angekommen hieß es dann: Koffer auf Gleis 1 schleppen und 6 Stunden warten. Achja, warten. Ohne sinnvollen Zeitvertreib… (Zum Glück konnte ich mir noch ein kleines Sudoku-Heft kaufen, das hat mein Leiden etwas gemildert)
Gegen 21:00 kam dann brav unser Zug, sogar auf Gleis 1. Platz finden war kein Problem, diesmal habe ich ganz oben geschlafen, direkt unter der Decke. Oder sagen wir mal: Mein Platz war ganz oben. Von Schlaf kann nämlich nicht wirklich die Rede sein, eher herumdämmern und kleben. (Es war so feucht-warm, Schweiß überall, dazu der Dreck auf der Liege und an den Wänden – schöne Mischung!)

18.08.
Irgendwann brach dann der nächste Tag an, und wir erreichten Kolkata – ca. 7:00 Uhr. Dort haben wir problemlos ein Taxi zum Flughafen gefunden, den wir gegen 8:00 erreichten. Unser Flug ging aber erst 18:00. Was folgt daraus? Richtig, Warten!
Das war wirklich das Anstrengendste: Warten ohne Sinn, ohne irgendetwas zu tun zu haben, einfach nur darauf warten, dass die Zeit vergeht! Und dann vergeht sie natürlich überhaupt nicht. Ich hätte so gerne etwas zum Lernen gehabt, irgendwas… und als dann auch noch mein MP3PlayerAkku den Geist aufgab….
Achso, was ich noch nicht erwähnt habe: wir mussten vor dem Flughafen warten. Es werden nämlich an den Eingängen die Flugtickets kontrolliert, und wer keins hat oder wessen Flug erst sehr viel später geht, der darf einfach noch nicht in das Gebäude. So wie wir. Nicht nur hier.
Der Flug war okay, hier habe ich auch in einem Magazin was schönes entdeckt, guck mal:

20:45 dann Landung in Mumbai. Unten angekommen hieß es also: Gepäck abholen und anstellen für den nächsten Flug. Aber zuerst noch für den „International Transit“, denn der internationale ist ein anderer als nationale Flughafen in Mumbai. Also mussten wir erstmal 30 Minuten mit dem Bus fahren.
Nach Bus und Bahn war es schließlich ungefähr 22:30. Auch in Mumbai muss man erst in den Flughafen reingelassen werden, und natürlich war vor unserem Gate – und NUR vor unserem – eine ewige Schlange. Mindestens… ich schätze 200 Meter. Aber komplett vollgedrängt mit Reisenden.
Sowieso war es am Flughafen total voll: Autos, Taxis, Rikshas und Busse quer über die Straße verteilt, und unglaublich laut, da man hier ja immer hupen muss! Ohne hupen geht nicht.
Außerdem hat es total geregnet, und viele Grüppchen waren mit Koffern oder Gepäckschiebern unterwegs, was bedeutet, dass die ganze Straße und der ganze Gehweg voll waren.
Marthe und ich haben uns natürlich trotzdem (oder deswegen) gleich angestellt. Ungefähr um 23:00 Uhr waren wir dann ganz vorne. Und was passiert? Der Kontrolleur schaut auf die Zeit unseres Fluges (5:55Uhr) und sagt: „Nein, euch können wir jetzt noch nicht reinlassen, kommt 4 Stunden vor dem Abflug wieder!“.

Absoluter Tiefpunkt der Reise.

Also wieder raus aus der Schlange, nach links an den Rand des Gebäudes gesetzt und total die Hoffnung verloren.
Achja, und noch was: Gewartet.

19.08.
Gegen 1:30 wieder angestellt, endlich um 2:00 Uhr reingelassen! Yippie!
Beim Einchecken fragte uns ein Mitarbeiter von Turkish Airlines, ob wir nicht gerne noch eine Nacht in Mumbai verbringen würden. Unser Flug sei nämlich leicht überbucht und wir würden ein Hotel und Transtport kostenlos sowie 450€ einfach so dazu bekommen. Nettes Angebot, aber nach diesen Strapazen: nein danke!
Bis zum Flug um 6:00 Uhr haben wir dann noch Ausreiseschnipsel ausgefüllt, Securitiy-Checks ohne Ende über uns ergehen lassen und schließlich noch den Duty-Free-Bereich erkundet.
Der Flug war okay, es war der mit dem „Personal-Entertainment-System“, aber wir waren zu k.o., um es besonders viel zu nutzen. Eine weiche Landung um 10:50 (Ortszeit, in Indien 13:20) in Istanbul, dann ein bisschen umsteigen, aber diesmal: Ohne lange Wartezeit! Ein Segen! Und dann der letzte Flug, der uns von zu Hause trennt, Istanbul Leipzig.
Achja, und dann, 13:50 deutscher Zeit, indische Zeit 17:20, endlich wieder deutschen Boden unter den Füßen. Die Gepäckausgabe verlassen und abgeholt werden….

Resumée:
Ich war – und bin – unglaublich froh, wieder hier zu sein. Bei keiner Reise zuvor habe ich mich so sehr auf die Rückfahrt und das Wieder-Zu-Hause-Sein gefreut, ja mich sogar dahin gewünscht, wie diesmal. Indien war einfach krass, eine einprägsame Erfahrung, die ich zwar nicht missen, aber auch nicht wiederholen möchte. Damit meine ich vor Allem die Großstädte: Ich könnte mir schon vorstellen, in den Himalaya zurückzukehren, aber Kolkata werde ich im Leben nur einmal gesehen haben! Zu viel Dreck, zu viel Müll, zu viel Lärm, zu viel Verkehr, zu viele Menschen, zu viel Unfreundlichkeit, zu viel Abweisung.
Möglicherweise kam das hier im Blog nicht immer so rüber, aber im Grunde ist diese Stadt menschenabweisend, und es gab nichts, was mir Freude gebracht hat, dort zu sein – abgesehen natürlich von den Kindern. Insgesamt war es ein interessante, anstrengende und lehrreiche Reise, auf der ich auf jeden Fall eines gelernt habe:

Wenn du denkst, dir geht es schlecht, und du bist nicht zufrieden mit deinem Leben, dann geh nach Indien!

Das ganze Reisetagebuch von Josepha finden Sie hier.

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