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Unser Leitbild

Was machen wir?

Musiker ohne Grenzen e. V.¹ begründet ein Netzwerk, das Austausch, kulturelle Teilhabe und musikalische Bildung für alle Menschen unabhängig ihrer Lebenssituation ermöglicht. Wir empowern² und vernetzen international Musikbegeisterte, damit selbstorganisierte Kulturprojekte entstehen können.

Wie machen wir das?

Zentral ist hierbei die Weitergabe von Wissen, das gemeinsame lebenslange Lernen und das Bilden von Gemeinschaften. Dazu schafft Musiker ohne Grenzen e. V. Räume der Begegnung. Diese Orte entstehen im Dialog mit der lokalen Community, sollen langfristig ohne externe Anleitung tragfähig bleiben und ihre eigenen Wege beschreiten. Darum orientieren wir uns an der vorhandenen musikalischen Praxis und Expertise und fördern diese gezielt. 

Musiker ohne Grenzen e. V. im Zusammenhang von Machtgefügen³

In unseren Projekten kommen die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Dadurch agiert Musiker ohne Grenzen e. V. im Wirkungsfeld von Machtgefügen³ . Unser Ziel ist es, dieser Problematik offen zu begegnen und unsere Organisationskultur durch kritische Reflexion ständig weiterzuentwickeln. Wir treten jeglicher Diskriminierungsform wie Rassismus⁴, Klassismus⁵ und Ableismus⁶ entschieden entgegen. Durch das Aufeinandertreffen, das gemeinsame Musizieren und eine eingehende Reflexion möchten wir einen Dialograum und den Abbau von Vorurteilen schaffen. 

Was sind unsere Ziele?

Im Mittelpunkt unserer Projekte steht die Gemeinschaft und ein transkultureller⁷ Austausch. Dieser trägt dazu bei, neue Blickwinkel zu eröffnen, Reflexionsfähigkeit zu schulen, zwischenmenschliche Umgangsweisen sowie Persönlichkeitsentwicklung und soziale Kompetenzen zu erweitern. Die Teilhabe an unseren Projekten stärkt die Konfliktlösungskompetenz, das Selbstvertrauen und die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung. Durch gemeinsames Musizieren und Lernen sowie das Stärken von Gemeinschaften wollen wir die Realität langfristig hin zum Positiven verändern. Wir streben eine Gesellschaft an, in der kulturelle Bildung und Teilhabe kein Privileg sind, sondern allen Menschen offen stehen.

 

Glossar

¹ Musiker ohne Grenzen e. V.

Unser Verein wurde 2007 mit dem generischen Maskulinum im Namen gegründet. Das sehen wir durchaus kritisch, weshalb wir eine gegenderte Variante des Namens in unserem Logo abbilden möchten. Unserer Meinung nach ist genderneutrale Sprache wichtig, um Geschlechterhierarchien abzubauen. Aktuell diskutieren wir, wie eine Umbenennung umgesetzt werden kann. Bis dahin möchten wir aber vor allem unsere Handlungen nach dem Prinzip der Geschlechtergerechtigkeit ausrichten.

² Empowerment

Empowerment bedeutet, gestärkt zu werden, damit man selbst entscheiden, gestalten und Einfluss nehmen kann – anstatt, dass andere über einen selber sprechen und bestimmen.

³ Machtgefüge

Machtgefüge meinen die gesellschaftlichen Strukturen, durch die Personen oder Gruppen über unterschiedlich viel Einfluss, Gehör oder Zugriff auf Ressourcen verfügen. Diese hierarchischen Strukturen sind historisch gewachsen durch beispielsweise den Kolonialismus sowie das Patriarchat.

Rassismus

Rassismus ist ein Macht- und Herrschaftssystem mit Vorstellungen und Praktiken, die Menschen in Gruppen einteilen, diesen Gruppen stereotype Merkmale zuschreiben und Personengruppen deshalb auf- bzw. abwerten. Die Gruppenbildung kann aufgrund äußerlicher Merkmale, Herkunft, Religionszugehörigkeit oder zugeschriebener Kultur geschehen. Von dieser (vermeintlichen) Zugehörigkeit wird dann verallgemeinernd auf psychische und soziale Eigenschaften oder Fähigkeiten geschlossen. So wird die daraus folgende Ungleichbehandlung von Individuen begründet.

Rassismus wirkt sich auf verschiedenen Ebenen des Lebens aus. So kann nicht nur die individuelle Interaktion zwischen zwei Menschen durch Rassismus beeinträchtigt sein, sondern Rassismus prägt Institutionen und ist in unserer Gesellschaft ein strukturelles Problem.

Klassismus

Klassismus meint die Diskriminierung aufgrund (vermuteter) sozialer Herkunft, finanzieller Verhältnisse oder Status – auch Klasse genannt. Dies betrifft insbesondere Personengruppen wie wohnungslose Menschen, Menschen, die nicht erwerbstätig sind oder im sog. Niedriglohnsektor arbeiten. Betroffenen werden stereotype, negative Verhaltensweisen zugeschrieben. Beispielsweise werden Wohnort, Kleidungsstil, Hobbies und Vorlieben (z. B. Trash-TV-Sehen) oder Ausdrucksweisen (z. B. ‚vulgäre‘ Sprache) als Zeichen für die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Klasse und Grund für Abwertung gesehen.

Ableismus

Ableismus beschreibt die Benachteiligung und den Ausschluss vom gesellschaftlichen Leben behinderter Menschen bzw. Menschen, die als ‚nicht leistungsfähig genug‘ gelten auf Grund wegen ihrer geistigen und körperlichen Fähigkeiten. Dies zeigt sich etwa durch fehlende Barrierefreiheit, die Personen mit eingeschränkter Mobilität den Zugang zu Gebäuden verwehren kann oder die Verwendung von ‚behindert‘ als Schimpfwort.

Transkulturell

Transkulturalität bedeutet: Kulturen sind vielfältig verflochten, nicht klar voneinander trennbar und stetig im Wandel. Die kulturellen Identitäten von uns als Individuen setzen sich in jedem Menschen einzigartig zusammen. Wir sind immer von mehreren Kulturen geprägt. Dabei sollten wir – auch wenn wir alle einzigartig sind – Gemeinsamkeiten in unseren Kulturen suchen sowie uns wertschätzend gegenübertreten.